Die Geschichte des Sport-Club Muffendorf 1958 e.V.
- Verfasst anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums im Jahr 2008 -
1908
Es
trafen sich die ersten Jugendlichen aus Muffendorf um gemeinsam Fußball
zu spielen. Aus Mangel an einem Fußballplatz wurde zur damaligen Zeit
auf der Rigal´schen Wiese dem Ball nachgejagt. Etwa 10 Jahre hielt sich
dieser Zustand aufrecht, bis sich diese Fußballer nach Beendigung des
1. Weltkrieges einen Namen gaben. Der erste Fußballverein der sich in
Muffendorf bildete nannte sich „DJK Grün - Weiß Muffendorf“. Nicht
zuletzt das Fehlen einer eigenen Sportanlage konnte man nicht
verkraften. So erhielten die Spieler auch schon bald den Beinahmen „Die
Heimatlosen“, doch der Verein scheiterte schon sehr bald.
1934
Ein
zweiter Versuch wurde gestartet einen Fußballverein zu gründen. Dieser
Verein bekam den Namen „FV Schwarz-Rot Muffendorf“. Die Gemeinde
Godesberg pachtete ein Grundstück von der Gutsverwaltung Heiderhof, das
dann dem damaligen Verein zur Verfügung gestellt wurde. In monatelanger
Eigenarbeit wurde das Gelände so hergerichtet, dass ein reguläres
Spielfeld entstand. Die erforderliche Umzäunung sowie Stangen für die
Tore wurden gestiftet. Unter dem Vorsitz des damaligen
Hauptschullehrers Herrn Arendt wurde im Spätsommer der Spielbetrieb in
der 3. Kreisklasse aufgenommen. Schon nach zwei Jahren gab es den
ersten Aufstieg. Nach abermals zwei Aufstiegen setzte der 2. Weltkrieg
einem weiteren Aufstreben ein jähes Ende. Der Verein FV Schwarz-Rot
Muffendorf löste sich auf. Nach dem 2. Weltkrieg wurde erneut unter
persönlichem Einsatz das Platzgelände hergerichtet, da es von
Schützengräben und Stellungen durchzogen war. Aus Mangel an Spielern
kam es aber noch nicht zu einer Vereinsneugründung.
1958
Es
war soweit: Karl Vormann, Matthias Sieger und Johann Auen beriefen eine
Gründungsversammlung ein. 50 Gründungsmitglieder bildeten die
Stammgruppe des neuen „Sport-Club Muffendorf 1958 e.V.“, nachfolgend
„SC M“ genannt. Gründungsvorsitzender wurde Karl Vormann. Unter seiner
Führung wurde das alte Sportgelände, welches als Erbe des FV
Schwarz-Rot Muffendorf an den „SC M“ übergeben wurde, neu hergerichtet
und es begann ein Spielbetrieb. Von den 50 Gründungsmitgliedern
befinden sich bis heute (2008) noch folgende Personen im Verein: Karl
Ficks, Robert Ficks, Alfred Kräkel, Paul Marx, Heinz Nettekoven, Werner
Opper, Werner Schmitz, Günter Schwingen und Hanna Thalheim.

Die A-Jugend von 1958
1964
Die
nächste Talfahrt des „SC M“ begann, da das Gelände des Sportplatzes in
dem neu angelegten Bebauungsplan Heiderhof (Neubaugebiet) genau auf der
Strecke des östlichen Heiderhofrings lag und störte. Nach einigem hin
und her fiel er schließlich der Spitzhacke zum Opfer. Zwar verlor man
den Sportplatz, doch hatte sich die Stadt Bonn vertraglich bereit
erklärt, bis zum Neubau eines anderen Sportgeländes eine jährliche
Ausfallzahlung zu leisten, die auch bis zur Eröffnung des neuen
Sportgeländes gezahlt wurde.
1967
Der
Spielbetrieb des „SC M“ fand ab jetzt auf der Sportanlage in Lannesdorf
statt. In der ersten Spielzeit 1966/67 begann die erfolgreichste Zeit
des „SC M“. In dieser Spielzeit stieg die 1. Mannschaft in die
Bezirksliga auf.
1976
Es
war endlich so weit. Das neue Sportgelände auf dem Heiderhof war fertig
gestellt. Es erhielt den Namen „Oberer Lyngsberg“ und hatte eine gesamt
Größe von 47.000 Quadratmetern. Die Spieler kehrten auf „Ihre“
Sportanlage zurück, was mit einer Eröffnungsfeier, die sich über drei
Tage hinzog, gefeiert wurde. Als Höhepunkt wurde ein Spiel der 1.
Mannschaft Muffendorf gegen die 1. Amateurmannschaft von Borussia
Mönchengladbach ausgetragen. Dieses Spiel endete mit einem 3:1 Sieg für
Mönchengladbach. Doch alle Zuschauer und Beteiligten waren mit dem
Spiel und den Programmen sehr zufrieden, denn man war ja schließlich
wieder auf „seiner“ Platzanlage.

Feier zur Eröffnung der Sportanlage „Oberer Lyngsberg“ auf dem Heiderhof, 1976
1978
Es
gibt kaum einen Verein, in dessen Geschichte so viele Höhen und Tiefen
in so kurzen Abständen aufeinander folgten. Nach einem Hoch kommt in
Muffendorf immer wieder mal ein Tief. Nach 12 Jahren Zugehörigkeit in
der Bezirksliga begann der sportliche und auch finanzielle Abstieg des
„SC M“. Als Höhepunkt verließ der Trainer gemeinsam mit 21 Spielern den
Verein. Nun Stand der „SC M“ vor einem Scherbenhaufen und begann wieder
bei „Null“. Doch der Verein überlebte. Einige Mitgliederzahlen (1978:
312, 1980: 276, 1981: 271, 1982: 296) belegen zwar den
Mitgliederrückgang, aber der damalige Vorstand unter Führung des 1.
Vorsitzenden Dr. Josef Kühr verstand es den Verein abzufangen und
wieder zu stabilisieren.
1983
Der
„SC M“ stellte drei Seniorenmannschaften, die in den Kreisligen B3, C3
und C7 spielten. Weiterhin gab es eine Altherren-Mannschaft, eine
Gymnastikgruppe, eine Damenfußballmannschaft und Jugendmannschaften in
allen Altersklassen, also von A- bis F-Jugend. Da auch die finanziellen
Verhältnisse als geordnet bezeichnet werden konnten, blickte man
pünktlich zum 25-jährigen Vereinsjubiläum zuversichtlich in die
nächsten Jahre.

Mädchenmannschaft der 80er Jahre
1986
Bedingt
durch den Rückgang an jugendlichen Spielern wurde eine
Spielgemeinschaft im Rahmen der Jugendabteilungen des „SC M“ und des
DJK Arminia Alt Godesberg gebildet. Diese Spielgemeinschaft hielt sich
zwei Jahre und wurde dann mangels Betreuern von Seiten des „SC M“
aufgelöst.
1988
Der
„SC M“ wurde zum Vorreiter vieler anderer Vereine. Das Sport und
Bäderamt der Stadt Bonn und der „SC M“ schlossen einen Schlüsselvertrag
über die Nutzung der Sportanlage „Oberer Lyngsberg“ ab. Dieser
Schlüsselvertrag regelte die Reinigung und Reparatur kleinerer Schäden
auf der Platzanlage. Da die Unterhaltung eines Unkleidegebäudes im Jahr
zwischen 18.000 DM und 30.000 DM zu Buche schlug, versuchte man diese
Kosten erheblich zu senken. Allein die Reinigung der damaligen 25
Unkleidehäuser der Stadt Bonn verschlangen im Jahr ca. 180.000 DM. Über
diesen Nutzungsvertrag wurde dem „SC M“ die Reinigung und die kleineren
Reparaturarbeiten übertragen. Der Verein erhielt für diese Arbeiten
einen gewissen Geldbetrag von der Stadt Bonn. Da der Verein und die
Stadt Bonn mit diesem Vertrag gute Erfahrungen machten, wurde er nach
einer gewissen Probephase auf viele weitere Vereine erweitert.
1989
Da
es beim „SC M“ keine Jugendabteilung mehr gab, kam dem damaligen
Vorstand unter Anregung des 2. Vorsitzenden Hans Janssen die Idee ein
Wohltätigkeitsspiel zu Gunsten zweier Godesberger Jugendheime
durchzuführen. Dieses Spiel war das erste dieser Art im damaligen
Diplomatenviertel Bad Godesberg. Es sollte ein Spiel zwischen
Godesberger Trainern und Godesberger Wirten ausgetragen werden. Die
Schirmherrschaft übernahm Bezirksvorsteher Norbert Hauser. Um die
notwendige Kulisse zu bekommen hatten alle Kinder freien Eintritt, was
auch ca. 300 Jugendliche nutzten. Insgesamt waren etwa 500 Zuschauer
anwesend. Das Spiel endete wie vermutet mit einem 7:1 Sieg der
Trainermannschaft über die Wirte. Insgesamt konnte für die Kinderheime
ein Betrag von 6522,40 DM zusammen getragen werden, sodass jedem
Jugendheim 3261,20 DM übergeben werden konnten.

Seniorenmannschaft der 80er Jahre
1994
Es
wurde ein weiterer großer Abschnitt im Vereinsgeschehen eröffnet: die
neue Gründung einer Jugendabteilung. Zu dieser Gründung kam es, weil
ein Mann gefunden werden konnte, der durch seine langjährige Tätigkeit
als Jugendleiter beim VfL Lannesdorf den nötigen Durchblick und die
ausreichende Erfahrung bei der Leitung einer Jugendabteilung hatte.
Dieser Mann hieß Wolfgang Fälker. Nach einem von Ihm abgehaltenen
Werbenachmittag für Jugendliche bekam der „SC M“ regen Zulauf an
jugendlichen Spielern. Mit Hilfe von Franz-Josef Thelen, Michael
Knieps, Horst „Paul“ Müller, Katrin Thelen und Silke Schmitz gelang es
dem Jugendleiter Wolfgang Fälker nach nur einem Jahr eine F-Jugend mit
25 Kindern, eine E-Jugend mit 16 und eine D-Jugend mit 11 Spielern zu
stellen.
2000
Durch
kontinuierliche Arbeit gelang es dem Jugendleiter und seinen Helfern
eine Jugendabteilung aufzubauen, die im Jahr 2000 sieben
Jugendmannschaften von der B-Jugend bis zu den Bambini zum Spielbetrieb
melden konnte. Aber in diesem Jahr wurde auch wieder ein neues Kapitel
in der Vereinsarbeit geöffnet und zwar im Jugendbereich. Als Erstes
schloss sich die Jugendabteilung mit mehreren kompletten Mannschaften
auf Anregung des Jugendleiters Klaus Fischer wegen der anstehenden
Auflösung des VfL Lannesdorf dem „SC M“ an. Gleichzeitig wurden sich
nach langen und vielen Gesprächen zwischen verantwortlichen der Vereine
1. FC Ringsdorff-Godesberg, VfL Lannesdorf, DJK Arminia Alt Godesberg
und dem „SC M“ alle Beteiligten darüber einig, die Arbeit im
Jugendbereich enger zusammen zu legen. So wurde für die A-, B-, C- und
D-Jugend eine Zusammenarbeit vereinbart. Alle drei beteiligten Vereine
führten alle ihre Jugendlichen in eine Gemeinschaft ein. Die Leitung
der neuen Gemeinschaftsjugend übernahm Franz-Josef Thelen, der in enger
Zusammenarbeit mit den Jugendleitern der beteiligten Vereine agierte.
So wurden nach allen Vorbereitungen unter dem Vereinsnamen 1. FC
Ringsdorff-Godesberg eine A–Jugendmannschaft, zwei B-Jugendmannschaften
und zwei C-Jugendmannschaften für den Spielbetrieb 2000/2001 gemeldet.
Unter dem Vereinsnamen SC Muffendorf 1958 e.V. wurden vier
D-Jugendmannschaften für den Spielbetrieb gemeldet. Von diesen
gemeldeten Mannschaften spielten jeweils die A, B1 und C1 in der
Sondergruppe und jeweils die zweiten Mannschaften in der Normalgruppe.
Die Kosten und die anfallende Arbeit für diese Gemeinschaftsjugend
wurde unter den Vereinen 1. FC Ringsdorff-Godesberg und dem „SC M“
aufgeteilt. Die jüngeren Jahrgänge, E-, F-Jugend und Bambini verblieben
in ihren einzelnen Vereinen.
2001
Da
der Kader der 1. Mannschaft sehr klein geworden war und die Spieler
dieses Kaders auch noch überwiegend die 30-Jahre-Grenze überschritten
hatten, setzten sich der 1. Vorsitzende Wolfgang Fälker, der damalige
Trainer Horst Müller und die heimatlos gewordenen Spieler des VfL
Lannesdorf (der VfL Lannesdorf wurde vom FV Mittelrhein aus dem Verband
ausgeschlossen) unter der Führung deren bisherigen Trainers Jürgen
Matzek zusammen und erarbeiteten ein Modell, das allen Beteiligten
zusprach und auch sofort umgesetzt wurde. So kam es, dass sich der
Kader für die Saison 2000/2001 der 1. Mannschaft erheblich vergrößerte
und auch schlagartig verjüngt wurde. Weiterhin gelang es der
Vereinsführung weitere Spieler zum „SC M“ zu holen, teilweise vom
aufgelösten Verein DJK Alt Godesberg und auch teilweise Spieler ohne
vorherigen Verein. Dieser neu formierten Mannschaft gelang in der
Saison 2000/2001 nach Saisonende ein sehr guter 7. Tabellenplatz.
Gleichzeitig mit den Spielern des ehemaligen VfL Lannesdorf meldete
sich eine komplette „Alte Herren“-Mannschaft mit 12 Spielern unter der
Führung von Franz Kirchesch und eine Gymnastikgruppe mit 32 Mitgliedern
unter der Führung von Irmgard Seeger und der Trainerin Ursel Schmitz
neu beim „SC M“ an.
2002
Auf
einer Vorstandssitzung begab sich der amtierende Vorstand wieder einmal
auf ein neues Gebiet. Man einigte sich darauf - nach langer Abstinenz -
eine Feier zu veranstalten. Dieser Feier gab man den Namen
„Dämmerschoppen“. Zu dieser Feier wurden alle Vereinsmitglieder
eingeladen, die den Verein mitgegründet hatten und mindestens bereits
seit 25 Jahren Vereinsmitglied waren. Der Dämmerschoppen fand am 17.
November im Vereinslokal „An der Kommende statt“. Rund 70
Vereinsmitglieder mit Partnern kamen. Der 1. Vorsitzende Wolfgang
Fälker überreichte im Beisein des Vorsitzenden des Fußballkreises Bonn
Armin Ebner und mehreren Vertretern der Presse sieben
Gründungsmitgliedern die goldene Ehrennadel und 32 weiteren Personen
die silberne Ehrennadel für 25-jährige Mitgliedschaft im „SC M“.

Jubilare beim Dämmerschoppen 2002
2004
Nach
längeren Verhandlungen mit der Stadt Bonn war es Franz-Josef Thelen
gelungen für die 1. und 2. Mannschaft die Spielgenehmigung für den
Rasenplatz des Sportpark Pennenfeld zu beschaffen. Der glückliche
Zufall brachte auch einen neuen Spielertrainer zum Verein, der die
zweite Mannschaft übernahm.
2005
Dieses
Jahr brachte mal wieder Veränderungen. Gerd Liessem löste Horst Müller
als Trainer der 1. Mannschaft ab, der fortan das Training der B- und
der F1-Jugend übernahm. Unterstützt wurde er von Markus Baier als
zweitem Trainer. Da der Zulauf für diese Mannschaft sehr groß war,
nachdem sich Franz-Josef Thelen mit sehr viel Zeitaufwand und
Gesprächen um neue Spieler gekümmert hatte, wurde die Saison mit 23
Spielern in Angriff genommen. Die Qualifikationsspiele zur Teilnahme an
den Spielen in der Sondergruppe wurden erfolgreich abgeschlossen, so
dass die neue B-Jugend in der Saison 2006/2007 in der Sondergruppe
spielen konnte.
2006
Im
Juli verstarb Horst „Paul“ Müller unerwartet nach kurzer Krankheit. Die
Mitglieder des neu gewählten Vorstands hatten es schwer, den Verein
weiterzuführen, da ein großer Teil der Daten nur auf einer Datei
gespeichert war, deren Zugangscode nur Horst Müller bekannt war. Doch
auch dieses Tief wurde gemeistert. Im November wurde der
Kunstrasenplatz im Sportpark Pennefeld fertig und anlässlich eines
Meisterschaftsspiels unter Beteiligung von Vertretern der Stadt an den
„SC M“ übergeben.
2007
In
der Saison 2006/2007 wurde endlich der Aufstieg in die Kreisliga B
geschafft. Die 2. Mannschaft ist aber gleichzeitig von der Kreisliga C
in die Kreisliga D abgestiegen. Trotz aller Organisationsprobleme
machte der 2006 gewählte Vorstand weiter.
2008
Die
vom ausgeschiedenen Jugendleiter Horst Behrend angefangene Neuordnung
der Jugendabteilung wurde von seinem Nachfolger Stephan Kay und seinen
Mitstreitern fortgeführt. Unter Anderem wurde ein Ball- und
Ausrüstungsraum ausgestattet und ein Geschäftsraum eingerichtet.
Sportlich lief es nicht gut. so konnte der Aufwärtstrend nicht gehalten
werden und die 1. Mannschaft stieg wieder ab. Außerdem musste die 2.
Mannschaft wegen Spielermangels im Frühjahr zurückgezogen werden. Für
die kommende Saison haben wir mit einem Trainerteam, den „treuen“
Spielern, einigen Neuzugängen und ehrgeizigen Spielern aus der letzten
A-Jugend wieder eine schlagkräftige Truppe zusammen. Es geht bestimmt
wieder nach oben!